Kommentar: Ehrenamt im Wandel

16.03.2018

Frei gewählte Landwirtinnen und Landwirte, die uneigennützig ein ehrenvolles Amt mit den dazugehörigen Pflichten übernehmen, bilden das Rückgrat des BLHV und anderer Verbände. Ohne sie würde alles in sich zusammenfallen.

Um aber die Pflichten des Ehrenamtes zu erfüllen, muss immer mehr Freizeit geopfert werden. Beispiele hierfür gibt es in der Fläche genug: Die Rheintalbahn, Dietenbach, Schweizer Landnahme, FFH und Triel sind gerade mal eine Handvoll regionaler Themen, die aber viel ehrenamtliches Engagement fordern. An Landkreisgrenzen hören die Verpflichtungen aber nicht auf.

Und nicht zuletzt gibt es ein steigendes öffentliches Interesse an der Landwirtschaft, so dass immer mehr ehrenamtliche Pflichten hinzukommen. So kommt früher oder später der Punkt, an dem man sich zwischen Freizeit und Pflichten entscheiden muss.

Die junge landwirtschaftliche Generation wird sich künftig eher für die Freizeit entscheiden und liegt so im Trend der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Ein falscher Schluss wäre, zu sagen, dass Jugend sich nicht freiwillig engagieren möchte. Denn auch das liegt im Trend. Heutzutage will man aber Freizeit, familiäre und betriebliche Aufgaben mit freiwilligem Engagement kombinieren und zwar so, dass Familie und Freizeit nicht zu kurz kommen. Darauf mit „Geht nicht – gibt’s nicht!“ zu reagieren, wäre fatal und würde eine klassische Trotzreaktion auslösen.

Vielmehr muss man Konzepte ausprobieren, mit denen junges Engagement in ehrenamtliche Pflichten integriert werden kann. Zum Beispiel könnte man zeitlich begrenzte Aufgaben anbieten, deren Arbeitsaufwand begrenzt ist und die individuellen Nutzen bringen können.

Solche ehrenamtlichen Verpflichtungen, die an ein Projekt gebunden sind, klingen in jungen Ohren viel verlockender als eine dauerhafte Position in einem Kreis- oder Ortsvorstand. Sie  würden diesen entlasten, auch wenn sie ihn auf lange Sicht nicht ersetzen können.

Doch wenn die junge Generation erst einmal aus dem Gröbsten heraus ist, in der Regel dann, wenn die Kinder das Haus verlassen haben, dann könnten sie dauerhafte Verantwortung übernehmen und bringen dafür auch schon Erfahrung mit.

 

Padraig Elsner, BLHV

 

 

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