Ökolandbau im Wandel

16.03.2018

Für die Arbeit des BLHV-Ausschusses Ökolandbau steckt das Jahr 2018 voller Herausforderungen: Der „Aktionsplan Bio  aus Baden-Württemberg“ soll weiterentwickelt werden, die neue EU-Ökoverordnung muss umgesetzt werden und auch der Biomarkt befindet sich im Wandel.

Letzteres wurde insbesondere auf der „Biofach 2018“ ersichtlich. Bei Deutschlands größter Messe der Biobranche zeichnete sich deutlich ein Trend zu  „Convenience-Produkten“ ab. Fertigprodukte, die den Konsumenten das Leben leichter machen sollen, dürften künftig stärker im  Biosortiment zu finden sein.  Der Trend wird von den Mitgliedern des Fachausschusses sehr kritisch betrachtet. Das mag daran liegen, dass der zunehmende Verarbeitungsgrad von Bioprodukten die Marktposition der Landwirte schwächen könnte, da mehr Akteure von der  Wertschöpfungskette profitieren wollen.

 

Praxistauglich umsetzen

Umso wichtiger ist es, dass die Biolandwirtschaft in Baden-Württemberg gut aufgestellt ist. Dafür muss vor allem die neue EU-Ökoverordnung praxistauglich umgesetzt werden. Nach jahrelangen Verhandlungen sei diese nun politisch so gut wie beschlossen und werde im Jahr 2021 in Kraft treten, erklärte Martin Ries, der im Stuttgarter Landwirtschaftsministerium (MLR) das Referat für Ökologischen Landbau leitet und als Berater in den Fachausschuss eingeladen wurde. Bis dahin muss aber noch einiges geklärt werden, insbesondere zum Durchführungsrecht in den Bereichen Produktion und Kontrolle. Hiermit möchte sich der Fachausschuss im zweiten Halbjahr in einer gesonderten Sitzung beschäftigen und Empfehlungen abgeben, um so die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau in Baden-Württemberg positiv zu gestalten. Das gleiche Ziel verfolgt auch der „Aktionsplan Bio aus Baden-Württemberg“, der ebenfalls von Ries vorgestellt wurde. Darin integriert sind derzeit die Handlungsfelder finanzielle Förderung, Bildung und Beratung, Forschung, Vermarktung und Verbraucherschutz. In diesen Bereichen wurden umfassende Maßnahmen erarbeitet, um die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten zu bedienen. Die Maßnahmen sollen nun evaluiert und weiterentwickelt werden. Dafür veranstaltet das MLR am 18. April  in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg einen Öko-Kongress. In acht Workshops können Handlungsfelder wie zum Beispiel Ausbildung, Außer-Haus-Verpflegung und die Zukunft der Ökokontrollen intensiv bearbeitet werden. Mithilfe dieses Kongresses möchte das MLR den Aktionsplan praxistauglich gestalten. Es baut dafür auf  Anregungen der Praktiker. Teilnehmen kann jeder Akteur der Biobranche, der Interesse am Thema hat und zur Weiterentwicklung des Öko-Aktionsplans beitragen kann. Anmeldeunterlagen und weitere Informationen im Anhang.

 

El

 

 

 

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