Wolf-Freund der Grünen punktet nicht

23.02.2018

Ein umfangreiches Themenpaket hat der BLHV bei seiner jüngsten Sitzung des Verbandsausschusses am 16. Februar in Engen-Welschingen aufgeschnürt: von FFH-Sammelverordnung bis Wolf.  

 

BLHV-Präsident Werner Räpple wies gleich eingangs auf eine Reihe regionaler Veranstaltungen des Regierungspräsidiums Freiburg mit bäuerlicher Beteiligung zum anstehenden FFH-Verordnungsverfahren hin. Er selbst wird beim ersten Termin  in Denzlingen zu den Podiumsteilnehmern gehören und landwirtschaftliche Interessen vertreten. Kollegen aus Vorstand und Kreisverbänden werden es ihm bei den weiteren Veranstaltungen gleichtun. Näheres dazu und zu den Veranstaltungsorten findet man auch auf der BLHV-Homepage („Info-Veranstaltungen zu FFH“). BLHV-Justitiar Michael Nödl ergänzte zur Thematik, dass eine FFH-Sammelverordnung rechtlich nicht zu verhindern sei. „Wir müssen uns jetzt umso mehr auf das ‚Wie‘ konzentrieren“, betonte er. Sprich: Einfluss nehmen auf die Inhalte, damit sie möglichst praxisgerecht für die Landwirtschaft ausfallen. Dass eine rege Beteiligung von Bäuerinnen und Bauern an den genannten Veranstaltungen wünschenswert ist, versteht sich daher von selbst. Zu weiteren Themen des Verbandsausschusses zählten die Optimierung der internen Kommunikation von der Verbandszentrale bis zu den Mitgliedern und die Verbandsstruktur an der Basis (Stichwort: inaktive Ortsvereine). Zudem wurde in der Verbandsausschusssitzung die Landesversammlung am 6. März in Hilzingen vorbereitet. Es soll dort auch der Startschuss fallen für eine neue Imagekampagne des BLHV zum Thema Artenvielfalt mit dem Motto „Wir machen, dass es summt und brummt“.  Als Gastreferenten und für eine Aussprache hatte der BLHV Dr. Markus Rösler, Landtagsabgeordneter der Grünen aus Gerlingen und naturschutzpolitischer Sprecher der Partei, zum Thema „Herdenschutz und Wolf – Naturschutz“ nach Engen-Welschingen eingeladen. „Wir haben im Moment einen gewaltigen Unmut. Es kann nicht sein, dass wir an allem Schuld sind, was schräg läuft“, empfing ihn BLHV-Präsident Werner Räpple bei der Anmoderation der Thematik. Zu den erwähnten Schuldzuweisungen zählte Räpple vor allem und beispielhaft die Pflanzenschutz-Diskussion  rund um Glyphosat und das Insektensterben. Dagegen unterstrich Räpple, dass „die landwirtschaftlichen Strukturen in Baden-Württemberg in Ordnung sind – wir sind eher Musterregion, wenn man es auf Deutschland bezieht“. Rösler stieg nach der eigenen Vorstellung („Ich komme aus einer alten Wengerter-Familie“) gleich auf den Wolf ein, mit dem er sich auch wissenschaftlich beschäftigt.  Das Thema bekam schnell eine derartige Eigendynamik, dass er weder  seinen Vortrag zum Wolf ganz durchziehen konnte noch andere Umweltfragen zur Landwirtschaft mit ihm erörtert werden konnten.

 

Wolf oder Weide

Zusammengefasst hält Rösler eine Koexistenz von Wolf und Nutztieren auf Weiden für möglich bei ausreichendem Herdenschutz und geregelter, ausreichender Förderung und Entschädigung. Die Bauern im Saal widersprachen heftig und glaubten auch nicht an die angesprochenen  Geldflüsse. Eckhard Schmieder aus  Fischerbach brachte es so auf den Punkt: „Naturschutz ist nur möglich, wenn der Wolf wegbleibt. Wenn nicht, verschwindet die Weidehaltung im Schwarzwald.“

 

enz

 

 

Schlagwörter zu diesem Artikel

Kommentare zu „Wolf-Freund der Grünen punktet nicht“

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Um Kommentare zu verfassen müssen Sie sich zunächst anmelden oder kostenlos ein Benutzerkonto registrieren.

Geben Sie Ihren BLHV-Benutzernamen ein.
Geben Sie hier das zugehörige Passwort an.