Bio-Zuwächse vor allem bei Discountern

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Bio-Zuwächse vor allem bei Discountern

| Verbandsarbeit
Tags: Elsner

Kurz vor Weihnachten trafen sich die Fachausschüsse für Ökolandbau der beiden Bauernverbände in Baden-Württemberg zu ihrer gemeinsamen Tagung 2019.

Es ist schon fast eine Tradition, dass die Fachausschüsse für Ökolandbau der beiden Bauernverbände in Baden-Württemberg einmal im Jahr zusammen tagen. Dass die Sitzung im vergangenen Jahr noch am letzten Tag vor der großen Weihnachtspause stattfand, zeigt, wie wichtig den beiden Vorsitzenden Friedbert Schill vom BLHV und Horst Reiser vom LBV der jährliche Austausch zwischen den Verbänden ist. Auf der Tagesordnung standen unter anderem ein Sachstandsbericht zur Lage der Ökolandwirtschaft in Baden-Württemberg durch Martin Ries, Leiter des Referats für Ökolandwirtschaft im Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) in Stuttgart, und der Austausch mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft für ökologische Landwirtschaft (AöL) in Baden-Württemberg. Aus dem Bericht von Ries ging hervor, dass Bio in Deutschland immer noch boomt. So lagen die Zuwächse im Biomarkt zuletzt sogar im zweistelligen Prozentbereich bei rund 20 Punkten. Die Zuwächse fänden vorrangig in den Discountmärkten statt und insbesondere bei der Milch, erklärte Ries. Obwohl sich die Milchmenge auf dem Bio-Markt seit 2015 verdoppelt habe, sei der Milchpreis konstant bei rund 47 Cent pro Liter geblieben, so Ries. Trotz der guten Markt- und Flächenentwicklung in Baden-Württemberg und Deutschland stehe die Bio-Branche auch vor großen Herausforderungen, erklärte Martin Ries. Dazu gehöre  die Novellierung der EU-Ökoverordnung, die insbesondere für die tierhaltenden Betriebe schwierige Auflagen bringen werde.

Herausforderung: Leistung steigern
Weitere Herausforderungen sind laut Ries der Einsatz von problematischen Stoffen wie Kupfer im Wein- und Obstbau und die Schließung der Nährstoffkreisläufe. Hier nannte er den hohen Anteil von Plastikrückständen im Kompost als besonderes Problem. Die größte Herausforderung sei jedoch die Steigerung der Leistung bei gleichzeitigem Erhalt der Systemleistungen für Tierwohl und Umwelt. Alle Sitzungsteilnehmer waren sich einig, dass der Marktausbau nicht ohne die Discounter gehe. Jedoch müssten gleichzeitig kleine regionale Wertschöpfungsketten gefördert werden. Dabei gehe es insbesondere darum, kleine und mittelständische Verarbeitungs- und Vermarktungsbetriebe aufzubauen und zu erhalten. Diese Aufgabe könne vor allem über die neun Biomusterregionen in Baden-Württemberg gelingen. Aber man benötige auch eine konkrete Förderung für diese Betriebe, um Anreize zur Umstellung zu schaffen.

Elsner

Martin Ries (stehend) vom Stuttgarter Landwirtschaftsministerium zeigt, wie sich die Bio-Branche im Land und in Deutschland entwickelt.