Bremsklotz für Silphie entfernt

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Bremsklotz für Silphie entfernt

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Die Durchwachsene Silphie fördert die Energiegewinnung in Biogasanlagen und den Artenreichtum. Sie hatte jedoch bisher ein Förderproblem wegen Herbizidbedarfs im Pflanzjahr. Der BLHV hat sich jetzt mit landespolitischer Unterstützung erfolgreich für eine Lösung eingesetzt.

Die Durchwachsene Silphie wird vorrangig für Energiegewinnung in Biogasanlagen angebaut. Sie ist eine Bereicherung für die Landschaft und Insekten und schont die Umwelt. Ab dem zweiten oder dritten Standjahr kommt Silphie ohne Pflanzenschutzmittel aus. Herbizideinsatz ist dagegen im Pflanzjahr Standard. Und das war ein Problem für Betriebe, die sich in der FAKT-Maßnahme D1 zu einen Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel im gesamten Unternehmen verpflichtet hatten.

Der Weg zur Lösung 
Die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU, Wahlkreis Waldshut) hat nach einem Besuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb dieses Anliegen aufgegriffen und sich mit fachlicher Unterstützung des BLHV an Landwirtschaftsminister  Peter Hauk gewandt. Die FAKT-Maßnahme D1 könne nur im gesamten Unternehmen oder überhaupt nicht beantragt werden. Diese Regelung stehe einer gewünschten stärkeren Verbreitung der Durchwachsenen Silphie entgegen: Wer sie anbaut und im ersten Jahr Herbizide einsetzt, müsse ein Jahr lang im gesamten Unternehmen auf die FAKT-Maßnahme D1 verzichten, was mit einem hohen Prämienverlust verbunden sei. Unter anderem machte Hartmann-Müller folgenden Vorschlag: Ähnlich wie für Einzelpflanzenbekämpfung mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Grünland sollte die untere Landwirtschaftsbehörde eine prämienunschädliche Genehmigung auch für den Herbizideinsatz bei der Durchwachsenen Silphie im ersten Standjahr erteilen dürfen. Minister Hauk hat in seiner Antwort zunächst klargestellt, dass der Einstieg in die Maßnahme D1 bislang bereits Betrieben, die mehrjährig Durchwachsene Silphie anbauen, nicht grundsätzlich verwehrt sei. Bei etablierten Silphie-Beständen, auf denen problemlos auf den Einsatz chemisch-synthetischer Produktionsmittel verzichtet werden kann, seien zwar die Flächen mit Energiepflanzen nach wie vor von der Förderung ausgeschlossen. Die weiteren Betriebsflächen könnten jedoch über D1 gefördert werden. Damit auch Landwirten, die bereits eine laufende Verpflichtung für D1 eingegangen sind, der Einstieg in den Anbau der Energiepflanze Durchwachsene Silphie und Chinaschilf nicht erschwert werde, habe er veranlasst, den Vorschlag von Sabine  Hartmann-Müller aufzugreifen.

Genehmigungsfähig auf Antrag 
Für den Gemeinsamen Antrag 2021 könnten die unteren Landwirtschaftsbehörden auf Antrag den Einsatz einer chemischen Einzelpflanzenbekämpfung auf diesen Flächen genehmigen. Der BLHV hofft nun, dass dies die Etablierung der Durchwachsenen Silphie in der Praxis sichtbar erleichtert.

Gd