Das neue Bild der Landwirtschaft

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Das neue Bild der Landwirtschaft

| Verbandsarbeit
Tags: Elsner

Die Kampagne „Wir versorgen unser Land“ zeigt Landwirte, leider nicht so viele Landwirtinnen, die stolz sind auf das, was sie tun oder besser gesagt erzeugen.

Solch ein ernst gemeinter und positiver Bauernstolz hat dem Berufsstand in den vergangenen Jahren gefehlt. Was nicht heißt, dass er von Landwirten nicht gelebt wurde, aber er war nicht so sichtbar. Das Ansehen der Landwirte ist schon mit der Corona-Krise gestiegen, denn der kurze Mangel an Grundnahrungsmitteln hat das Ansehen der Landwirte mehr gefördert, als es eine bezahlte Imagekampagne je hätte tun können. Und glücklicherweise musste trotz der leeren Mehlregale keiner wirklich Hunger leiden. Was noch fehlte, war das Sichtbare, das dem neuen Ansehen ein Bild gibt: Das liefert die Kampagne mit ihren Postern und Videos. Stolz sein, das bedeutet auch überzeugt zu sein, dass das, was man macht, gut ist und einem wichtigen Zweck dient. Landwirten sollte es eigentlich nicht schwerfallen, stolz zu sein, denn Lebensmittel zu erzeugen ist nicht nur systemrelevant, sondern überlebenswichtig. Trotzdem steht die Landwirtschaft in der Kritik und den Landwirten fällt es immer schwerer, mit der Kritik umzugehen. Das ist verständlich. Wer gleichzeitig Ernährer sein und als Prügelknabe der Nation herhalten muss, der wird wütend. Diverse Politiker schärfen mit verschiedenen Äußerungen dieses Doppelbild, um eigene Anliegen voranzutreiben, allem voran aus der Landwirtschaft mehr Natur und Umweltschutz  herauszubekommen. Von der Landwirtschaft bekommen sie aber fast nur Demonstrationen und Ablehnung. Das wiederum beschleunigt die Abwärtskaskade, in der sich unsere Umweltpolitik  befindet. Um dies zu stoppen, müssen die Gesellschaft und die Politik einsehen, dass Landwirte zwar guten Naturschutz machen  und mit mehr Unterstützung darin auch noch besser werden können. Der Landwirt ist aber kein   perfektionierter Naturschützer. Denn der Naturschutz des Landwirts ist immer ein Kompromiss zwischen Lebensmittelerzeugung und Naturschutz.

 

Elsner