Kommentar: Die neuen Zwanziger

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Kommentar: Die neuen Zwanziger

| Wirtschaft & Steuer

Das neue Jahrzehnt wird nicht nur für die Landwirtschaft große Veränderungen bringen. Fachleute rechnen damit, dass die Menschheit in den nächsten Jahren so viele Veränderungen erfahren wird wie noch nie zuvor in einem Jahrzehnt.

Diese Veränderungen werden auch in der Landwirtschaft stattfinden, die ohnehin immer im Wandel steckt. Doch diese neue Veränderung wird anders sein als die bisherigen. Große Umstellungen standen in der Vergangenheit immer mit bahnbrechenden technischen Neuerungen in Verbindung: Pflug, Traktor, Haber-Bosch-Verfahren und so weiter. Sie sorgten für einen fast schlagartigen Wandel in der Landwirtschaft. Seit einigen Jahrzehnten sorgt der globale Handel für einen stetigen Wandel und der damit einhergehende Wohlstand im Mitteleuropa befördert die Nachhaltigkeitsbewegung in unserer Gesellschaft, was sich wiederum auf die Landwirtschaft auswirkt. Aber was erwartet die Landwirtschaft in den neuen 20er Jahren? Sicher wird die Digitalisierung großen Einfluss auf die Landwirtschaft nehmen, aber dass sie die Landwirtschaft im gleichen Maße verändern wird wie die Erfindung des chemisch-synthetischen Stickstoffdüngers, ist nicht zu erwarten. Die Globalisierung kann kaum noch globaler werden und kann ebensowenig zurückgeschraubt werden. Den größten Einfluss auf die Landwirtschaft wird wahrscheinlich der Klimawandel haben, und wenn nicht der Klimawandel selbst, dann der Versuch, ihn zu verhindern. Ausschlaggebend für die Veränderungen in der Landwirtschaft wird die Landwirtschaft selbst sein. Denn sie muss mit all den treibenden Kräften wie Klimawandel, globalem Handel, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel einen Kompromiss finden. Das wird vielleicht die schwierigste Veränderung der vergangenen 100 Jahre. Aber noch nie hatte die Landwirtschaft bessere Chancen, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden.  Die Grundlage dafür haben wir im Jahr 2019 geschaffen.

Padraig Elsner