Kommentar: Weg mit dem Plastik

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Kommentar: Weg mit dem Plastik

| Natur & Umwelt
Tags: Elsner

Das Frühjahr bringt nicht nur die Landwirte wieder in Feld und Flur. Auch die Bürgerinnen und Bürger nutzen wieder unsere schöne Landschaft für erholsame Spaziergänge.

Letzteres merkt man in der Pressestelle des BLHV auch daran, dass wieder Mails von aufgebrachten Spaziergängern eingehen, die sich über den Müll von Landwirten beschweren. Gemeint sind alle möglichen Formen von Plastik, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden und versehentlich oder auch fahrlässig zurückgelassen werden. Es handelt sich fast immer um Einzelfälle, aber sie reichen aus, um die Landwirte in einem weiteren Feld als Umweltsünder zu diffamieren. Es ist nicht nur ärgerlich, wenn die Landwirtschaft aufgrund von einzelnen schwarzen Schafen über einen Kamm geschoren wird, es löst auch nicht das Problem. Denn egal wie lange man sich gegenseitig die Schuld zuweist, wer nun mehr Müll hinterlassen hat: So wird man nie dazu kommen, dass weniger Müll in der Landschaft entsorgt wird. Auch wenn es offensichtlich ist, dass der weit überwiegende Teil des Mülls aus privaten Haushalten, von Baustellen oder Schnellrestaurants stammt, also kein sogenanntes Agroplastik ist. Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Fakt ist, dass keiner Plastikmüll in der Landschaft haben will, weder Landwirte noch Spaziergänger oder sonst jemand. Fakt ist auch, dass die Landwirte den größeren Schaden haben, denn Plastik im Futter kann verheerende Folgen haben. Eine Lösung zeigt uns der Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen“. Wie auch beim Thema Artenvielfalt sollten wir sachlich den Ursachen nachgehen, aber vorrangig das Problem gemeinsam in die Hand nehmen und uns nicht spalten lassen. Der Aufruf eines Landwirts zum gemeinsamen Müllsammeln in seiner Gemeinde könnte Großes bewirken. Nicht nur, weil wahrscheinlich viele mit anpacken würden und so tatsächlich Müll aus der Landschaft käme. Auch, weil ein positiver Einzelfall die Landwirtschaft über einen anderen Kamm scheren könnte. 

Padraig Elsner