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Grünlandbewirtschaftung: Was tun, wenn der Regen ausbleibt?

Bei der Kreisversammlung des BLHV-Kreisverbands Hochschwarzwald gab es praktische Tipps zur Grünlandbewirtschaftung bei zunehmender Trockenheit.

Wie lässt sich Grünland auch bei zunehmender Trockenheit leistungsfähig erhalten? Welche Möglichkeiten haben die Betriebe, um auf veränderte Witterungsbedingungen zu reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Kreisversammlung des BLHV-Kreisverbands Hochschwarzwald am 28. Oktober 2026.

Kilian Obermeyer vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW) zeigte in seinem praxisnahen Vortrag, worauf es bei der Anpassung an trockenere Bedingungen ankommt. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Durchwurzelung des Bodens. Tiefwurzelnde Gräser, Kräuter und Leguminosen können helfen, Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erschließen. Auch ein vielfältiger Pflanzenbestand kann Vorteile bringen, da unterschiedliche Arten auf veränderte Wachstumsbedingungen unterschiedlich reagieren. Daneben sollte der pH-Wert der Böden bekannt sein, um bei Bedarf gezielt gegensteuern zu können.

Besonders wichtig ist ein angepasstes Nutzungsmanagement. Bei Trockenheit sollte Futter rechtzeitig geerntet werden, solange die Qualität noch gut ist. Zu langes Warten führt nicht automatisch zu mehr Futter, sondern kann die Qualität verschlechtern. Für die Weidehaltung stellte Obermeyer die Vorteile der Umtriebsweide heraus: Ausreichende Ruhezeiten und ein Weiderest (≈ 7 cm) helfen, die Grasnarbe zu erhalten und den Boden zu beschatten. Auch eine ausreichende Wasserversorgung der Tiere muss sichergestellt sein.

Wie schwierig die Umsetzung im Betriebsalltag sein kann, zeigte eine Frage aus dem Teilnehmerkreis: Wenn die Tiere wegen fehlenden Weideaufwuchses im Stall bleiben, füllen sich die Güllebehälter. Gleichzeitig ist eine Ausbringung bei anhaltender Trockenheit problematisch. Obermeyer erläuterte, dass die Stickstoffaufnahme der Pflanzen bei Dürre stark zurückgeht und eine Düngung bei länger anhaltender Trockenheit wenig bewirkt. Der Ausbringzeitpunkt sollte deshalb an Bodenfeuchtigkeit und Wachstumsbedingungen angepasst werden.

Auch die Engerlinge waren Thema. Bereits 2020 waren rund 1.500 Hektar im Südschwarzwald betroffen. Obermeyer empfahl deshalb, die Entwicklung im kommenden Frühjahr aufmerksam zu beobachten.

Im Anschluss informierte Dr. Christine Haßauer, Leiterin des Bereichs Agrarstruktur und Betriebswirtschaft beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, über die Profil-BW-App und die Antragstellung für die Futtermittelhilfe. Sie ermutigte die Betriebe, offene Fragen direkt im Antrag zu vermerken oder sich an die zuständigen Sachbearbeiter zu wenden (Merkblatt Futtermittelhilfe). Bezirksgeschäftsführerin Angelina Bürkel gab außerdem einen Einblick in die Arbeit der Bezirksgeschäftsstelle und die Unterstützungsangebote des BLHV.

Der Abend bot Raum, fachliche Fragen zu klären und Erfahrungen aus dem Betriebsalltag einzubringen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Grünlandbewirtschaftung an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen und die Betriebe mit praxisnahen Informationen und konkreten Hilfestellungen zu unterstützen.

Angelina Bürkel