Kommentar: In aller Munde

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Kommentar: In aller Munde

| Natur & Umwelt

Es ist aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Jeder hat es mehrmals am Tag in der Hand, es verteilt sich über den gesamten Globus, baut sogar eigene Inseln im Ozean und laut Umweltorganisationen ist es auch in unseren Körpern: Plastik.

Eigentlich ein segensreicher Rohstoff: leicht, günstig und bis zu einem gewissen Grad auch recyclebar. Diese Eigenschaften begünstigten den maßlosen Einsatz und darum ist Plastik heute ebenso sehr Fluch wie Segen. Darum geht es dem Plastik jetzt an den Kragen. Einwegzeugs aus Plastik soll verboten werden, ebenso wie Kunstrasen mit Granulat, auf dem zahlreiche Kicker in Deutschland ganzjährig dem Rasenballsport frönen können. Kunstrasenplätze kosten ein kleines Vermögen, weshalb sie auch gefördert wurden, aber weil sie zu viel Mikroplastik emittieren, sollen sie wieder von der Bildfläche verschwinden, findet die EU. Ein schmerzhafter Prozess steht vielen Sportvereinen bevor, bei dem die Landwirte sicher mitfühlen können. Wurden ihre Investitionen doch auch schon allzu häufig von neuen Regelwerken niedergemacht.
Doch wird der Plastikbann auch die Landwirtschaft direkt betreffen?  Hier spielt die Folie eine wichtige Rolle, sei es als Verpackung der Silage oder als Qualitätsgarant für den Spargel. Solange sie weiterhin mit Bedacht genutzt, wiederverwertet und sauber entsorgt wird, bietet man den Kritikern die geringste mögliche Angriffsfläche. Und weil heutzutage Plastik nicht nur sprichwörtlich in aller Munde ist, fällt jede Nachlässigkeit schnell ins Auge. Ganz zu schweigen davon, dass keiner Interesse daran hat, durch nachlässiges Handeln selbst die Umweltverschmutzung mit Plastik  zu verschärfen. Wenn wir also weiterhin auf Plastik setzen wollen, müssen wir auch zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit diesem segensreichen Rohstoff umgehen können.

Padraig Elsner