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Weinlese 2026 in Südbaden: Mit gegenseitiger Rücksichtnahme sicher durch die Erntezeit 

Die Weinlese in Südbaden läuft aktuell auf Hochtouren. In den Weinbergen und auf den Wirtschaftswegen sind deshalb zahlreiche Vollernter, Traktoren und Transportfahrzeuge unterwegs. Gleichzeitig nutzen viele Menschen die herbstliche Landschaft zum Spazierengehen, Radfahren oder Joggen. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) bittet daher alle Besucherinnen und Besucher der Weinberge um besondere Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. 

„Die Weinberge sind für viele Menschen ein beliebter Ort zur Erholung. Gleichzeitig sind sie unser Arbeitsplatz. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme sorgen wir gemeinsam für Sicherheit und einen erfolgreichen Herbst“, so BLHV-Vizepräsident Martin Linser. 

Um die Ernte zügig und schonend einzubringen, kommen zunehmend moderne Voll-ernter zum Einsatz. Viele dieser Maschinen sind bereits in den frühen Morgenstunden unterwegs. Die kühleren Temperaturen helfen dabei, die Qualität der frisch geernteten Trauben zu erhalten. 

Besondere Vorsicht ist geboten: Vollernter und Traktoren sind groß, schwer und können aufgrund ihrer Bauweise Hindernisse und Personen nicht immer sofort erkennen. Zudem benötigen die Fahrzeuge ausreichend Platz zum Rangieren und Ausweichen. Auch zeitweise verschmutzte Wege lassen sich während der Ernte kaum vermeiden. 

Darauf sollten Besucherinnen und Besucher der Weinberge achten: 

  • Hunde in Bereichen mit laufenden Erntearbeiten an die Leine nehmen. 
  • Kinder in der Nähe von Maschinen stets im Blick behalten und an die Hand nehmen. 
  • Erntemaschinen und Traktoren ausreichend Platz lassen. 
  • Auf Wirtschaftswegen aufmerksam unterwegs sein und auf den Fahrzeugverkehr achten. 
  • Verschmutzte Wege vorsichtig befahren oder begehen. 

Weinbau in Südbaden unter Druck 

Die Weinlese 2026 fällt in eine Zeit großer Herausforderungen für den badischen Weinbau. Mit rund 15.493 Hektar Rebfläche ist Baden weiterhin eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Deutschlands. Gleichzeitig geht die Anbaufläche seit Jahren zurück. Allein von 2023 auf 2024 wurde die Rebfläche um rund 200 Hektar verringert. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: Ein rückläufiger weltweiter Weinkonsum, hoher Wettbewerbs- und Preisdruck durch Importweine und steigende Produktionskosten setzen viele Betriebe zunehmend unter Druck. 

Auch die Zahl der Weinbaubetriebe nimmt kontinuierlich ab. Während es im Jahr 2017 noch rund 12.000 Betriebe gab, waren es 2024 nur noch etwa 8.500. Besonders betroffen sind kleinere Betriebe mit weniger als einem Hektar Rebfläche. Aufgrund der schwierigen Marktlage ist mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. 

Viele Betriebe reagieren auf diesen Strukturwandel, indem sie sich breiter aufstellen und zusätzliche Einkommensquellen erschließen, etwa durch Direktvermarktung oder touristische Angebote. Damit die Betriebe diesen Weg erfolgreich gehen können, müssen sie verlässlich begleitet und unterstützt werden.  

Gleichzeitig ist der Weinbau weit mehr als ein landwirtschaftlicher Produktionszweig. „Unsere Winzerinnen und Winzer prägen mit ihrer Arbeit die charakteristische Kulturlandschaft Südbadens, erhalten Lebensräume für zahlreiche Arten und tragen wesentlich zur Attraktivität der Region für Gäste und Einheimische bei. Der Erhalt einer vielfältigen Weinbaulandschaft ist daher nicht nur im Interesse der Betriebe selbst, sondern der gesamten Region“, so Linser. 

Der BLHV bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern der Weinberge für ihren Beitrag zu einem respektvollen Miteinander in den Reben und wünscht viele genussvolle Momente mit einem Glas Wein aus der Region. 

Herzliche Grüße aus Freiburg
Ihr Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband e.V.

Quelle für Zahlen: WBI Freiburg