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Ab sofort: Ein Wochenblatt für Baden-Württemberg

Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) und der Landesbauernverband (LBV) haben eine Kooperation initiiert, um die journalistische Stimme der Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu stärken.

Präsidentenbrief von Bernhard Bolkart

Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Mitglieder,

mit dieser Ausgabe schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel in der landwirtschaftlichen Medienlandschaft in Baden-Württemberg auf. Nach fast 80 Jahren Badische Bauernzeitung erscheint unser Bauernblättle, heute in einem neuen Kleid: gemeinsam mit der BWagrar als Baden-Württembergisches landwirtschaftliches Wochenblatt. Was bislang zwei Wochenblätter waren, wächst nun zusammen. Dieser Schritt ist gut vorbereitet, bewusst gewählt und vor allem eines: zukunftsorientiert.

Die Bauernverbände in Baden-Württemberg, der BLHV und der Landesbauernverband, haben diese Entwicklung initiiert, begleitet und gefördert. Die Zusammenarbeit der Verbände ist so eng wie nie zuvor. Das ist, insbesondere mit Blick darauf, dass wir Landwirtinnen und Landwirte Prozentual immer weniger Anteil an der Gesellschaft haben, unumgänglich. Wir stimmen uns ab und ziehen an einem Strang, wenn es um politische Themen geht und bündeln Ressourcen wo sinnvoll und notwendig. Doch keine Sorge: beide Verbände behalten ihre Eigenständigkeit, wir sprechen hier von einer gemeinsamen Zeitung und keinen gemeinsamen Verband. Gemeinsam haben wir erkannt: Die Zusammenarbeit bei den Wochenblättern ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Und auch wenn sich im Alltagsgeschäft manches erst noch einruckeln wird , jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu starten!

Was bedeutet das konkret für Sie als Leserinnen und Leser? Die Fachteile der Zeitung werden künftig gemeinsam gestaltet und dadurch fachlich noch fundierter und tiefer sein als bisher. Gleichzeitig bleibt ausreichend Raum für regionale Schwerpunkte: Es wird weiterhin einen klaren Regionalteil geben, Neuigkeiten aus der Region und vom BLHV haben ihren festen Platz. Die Bauernzeitung bleibt auch künftig das Verbandsorgan des BLHV und damit das zentrale Bindeglied zwischen Verband und Mitgliedern und wird digital ganz neu und zeitgemäß auftreten.

Mit dieser Kooperation schaffen wir langfristige Perspektiven und Planungssicherheit. Kapazitäten werden frei für Innovationen, für neue Formate und für eine starke redaktionelle Präsenz für die Agrarbranche in ganz Baden-Württemberg – über Verbandsgrenzen hinweg. Ich bin mir sicher: Von diesem gemeinsamen Weg werden wir alle profitieren.

Herzliche Grüße und bleiben Sie unserem Bauernblättle treu!

Präsident Bernhard Bolkart

Eine neue Etappe

Mit der Ausgabe 5/2026 beginnt eine neue Etappe für die landwirtschaftliche Fachpresse in Baden-Württemberg. Aus der Badischen Bauernzeitung und BWagrar entsteht das Baden-Württembergische landwirtschaftliche Wochenblatt (BWWochenblatt) – eine neue Marke, die aus Stärke und Weitblick geboren ist, nicht aus Sparzwang. Diese Fusion entstand aus der Initiative von BLHV und LBV, die gemeinsam die Stimme der Landwirtschaft stärken wollen. Auch wenn sich der Titel ändert und das Heft moderner wirkt, bleibt die DNA Ihres Wochenblatts unverändert: Im Mittelpunkt stehen weiterhin die landwirtschaftlichen Familien im Land – als Praktiker, Unternehmer, Familienmenschen und Ehrenamtliche.

Warum ein Wochenblatt

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg ist in den vergangenen 25 Jahren um knapp ein Drittel zurückgegangen. Dieser Strukturwandel stellt Fachmedien vor dieselbe Frage wie die Landwirte: Wie bleibt man präsent, wenn die Welt herausfordernder und komplexer wird? BBZ und BWagrar haben deshalb auf Initiative ihrer Herausgeberverbände BLHV und LBV beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln. Ab Februar 2026 erscheint das Baden-Württembergische landwirtschaftliche Wochenblatt mit einem gemeinsamen Mantel und zwei regionalen Ausgaben. So können wir weiterhin aus drei Redaktionsstandorten – Stuttgart, Ravensburg und Freiburg – berichten und die landesweite Berichterstattung stärken. Diese Kooperation ist eine Offensive, um das Wochenblatt als Fachzeitschrift für die Landwirtschaft in Baden-Württemberg langfristig zu sichern. Die Kosten für Druck und Produktion steigen, und gleichzeitig verlagert sich die Mediennutzung immer stärker ins Digitale. Durch die Bündelung von Produktion und technischen Systemen entstehen Synergien, die wir gemeinsam in neue Formate und tiefere Recherche investieren. Alternativ hätten wir anstreben können, den Leserkreis im ländlichen Raum oder im Hobbybereich zu erweitern. Dann hätten wir aber agrarisches Profil verloren – wir gehen bewusst einen anderen Weg.

„Strukturwandel können wir als Medium nicht stoppen. Aber wir können dafür sorgen, dass jede landwirtschaftliche Familie in Baden-Württemberg ein starkes, modernes Wochenblatt an ihrer Seite hat – gedruckt und digital.“ Gudio Krisam (Chefredakteur BWagrar)

Unsere DNA

Trotz der neuen Marke ändert sich an unserem Versprechen nichts. Wir bleiben das einzige Medium, das landwirtschaftliche Familien in ihrer ganzen Vielfalt anspricht. Politik, Verbandsarbeit, Hof & Praxis und Mensch & Landleben – dieser Aufbau spiegelt die Lebenswelten unserer Leserinnen und Leser wider. Ob EU-Agrarreform, Stallbau, Hofnachfolge, Verbandsgeschehen oder Rezepte: Sie finden weiterhin die vertrauten Rubriken und die Berichterstattung aus Brüssel und Straßburg, aus Berlin, aus Stuttgart. Aber auch die Präsenz vor Ort in den Regionen gehört für uns zur DNA des Wochenblatts. Dieses in Jahrzehnten gewachsene Vertrauen nehmen wir mit in die Zukunft. Der Name Baden-Württembergisches Landwirtschaftliches Wochenblatt verbindet Tradition und Zukunft: Wir behalten den vertrauten Begriff „Wochenblatt“ bewusst bei. Etwa drei Viertel der Inhalte bilden landesweite Themen im gemeinsamen Mantel und ein Viertel bleibt regional – so finden Sie alles auf einen Blick. Die neue Marke steht für Klarheit, Verlässlichkeit, Verbundenheit, Impulse und Aktivierung.

Print als Anker

Viele Leser-Rückmeldungen haben gezeigt, dass Informationsgewohnheiten vielfältig sind. Manche lesen das Heft von vorne bis hinten, andere fangen mit den Marktdaten oder Kleinanzeigen an. Wiederum andere schätzen den schnellen Überblick auf dem Smartphone. Deshalb ergänzen wir das gedruckte Wochenblatt durch E-Paper, regelmäßige Newsletter und eine Website mit aktuellen Nachrichten und Hintergrundberichten. Landwirtschaft ist ein Generationenvertrag. Viele unserer Leser haben das Wochenblatt schon als Kind auf dem Küchentisch liegen sehen. Heute leben wir mit Smartphones und sozialen Netzwerken auf. Die gedruckte Information und das stöbern in einer Heftausgabe hat aber nach wie vor seinen Stellenwert. Wir möchten diese Welten verbinden: Das Heft bleibt der Anker, das E-Paper ermöglicht flexibles Lesen, Newsletter liefern schnelle Updates, Podcasts geben eine Stimme und Social-Media-Kanäle bringen uns direkt ins Gespräch. Jeder Nutzertyp wählt den Kanal, der gerade zu seinem Alltag passt.

„Mit Ravensburg, Stuttgart und Freiburg sind wir künftig in dreifach stark in den Regionen verankert. So können wir regionale Unterschiede besser abbilden und gleichzeitig einen kraftvollen gemeinsamen Mantel bieten.“ Padraig Elsner (Chefredakteur BBZ)

Neue Struktur

Welche Informationen braucht die Landwirtschaft? Praktiker brauchen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Erfahrungsaustausch, Unternehmer interessieren sich für Märkte und Investitionen, berufsständisch Aktive wollen fundierte Analysen für ihre Verbandsarbeit. Landwirtschaftliche Familien lesen aber auch gerne soziale Themen, Familiengeschichten und Gesundheitstipps. Jede Geschichte wird daraufhin überprüft, wie sie für diese Rollen relevant ist, und entsprechend aufbereitet. Im Mantel des neuen Wochenblatts finden Sie vier klare Strecken. Politik & Management berichtet über agrarpolitische Entscheidungen und gibt Tipps zur Betriebsführung. Region & Verbände bietet Informationen aus Ihren Kreisen. Die Marktberichterstattung und die Markttabellen waren füher aus drucktechnischen Gründen am Heftende platziert. Diese wandern nach vorne und schließen damit den Management-Block ab. Hof & Praxis liefert Fachwissen zu Tierhaltung, Pflanzenbau, Technik und Energie. Mensch & Landleben erzählt von Familie, Bildung, Gesundheit, Kultur, Garten und Genuss. Ergänzt wird das Ganze durch einen Marktplatz, der dank größerer Reichweite mehr Angebote und Gesuche umfasst. Die Wochenblätter haben immer den Anspruch gehabt, der verlässliche Begleiter der Landwirte zu sein. Die Kooperation ermöglicht es dieses Versprechen mit gebündelten Kräften einzulösen. Die Redaktionen von BBZ und BWagrar bleiben in der Fläche präsent, mit Redaktionsstandtorten in Ravensburg, Stuttgart und Freiburg, aber der Mantel entlastet sie, sodass sie mehr recherchieren und noch tiefer einsteigen können.

Verändert und Vertraut

Die Landwirtschaft ändert sich, und Medien ändern sich – das ist weder neu noch bedrohlich. Wichtiger ist, dass wir den Kern bewahren: Nähe zur Region, fundierte Informationen, Praxisbezug und die Stimme der Leserinnen und Leser. Das neue Wochenblatt ist eine Antwort auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft und den medialen Wandel. Es bleibt in der Hand der Familienbetriebe, die es seit Generationen lesen, und öffnet sich zugleich für digitale Formate. Verändert – und vertraut: Wir freuen uns darauf, diesen Weg mit Ihnen zu gehen.

Hier finden Sie weitere Informationen dazu und können sich für das E-Paper als BBZ-Abonnent kostenlos anmelden: BW Wochenblatt – Landwirtschaft, Landleben, Garten, Familie – BW Wochenblatt