Verbandsarbeit

Die Betreuung darf nicht noch mehr leiden

Die Auswirkungen der Forstreform und des Klimawandels waren zentrale Themen bei der jüngsten Sitzung des Fachausschusses Bauernwald des BLHV.

Am 29. Oktober tagte der BLHV-Fachausschuss Bauernwald in Freiburg unter Leitung von Vizepräsident Bernhard Bolkart. Erstmalig in der Runde begrüßt wurde Dr. Anja Peck, die Nachfolgerin von Forstpräsident Meinrad Joos im Regierungspräsidium Freiburg. Bolkart und Peck betonten ihr Interesse an einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit. Gerade bei der Umsetzung der Forstverwaltungsreform müsse man sich gegenseitig über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Betont wurde auch die Wichtigkeit, für die künftige Betreuung des Privatwaldes ausreichend Fachpersonal in den Unteren Forstbehörden zur Verfügung zu stellen, das auch betriebswirtschaftlich geschult ist. Die Betreuung dürfe, trotz und gerade wegen der Kalamitäten, nicht auch noch unter der Umstrukturierung der Forstverwaltung leiden.

Forderungen
Der Waldausschuss forderte zudem eine dauerhafte Fortsetzung der Ausbildung im forstlichen Bereich durch die Anstalt öffentlichen Rechts. Ausschuss-Geschäftsführer Michael Nödl vom BLHV gab einen Überblick über den Sachstand der Umsetzung der Forstreform und der Privatwaldbetreuung. Kritisiert wurde die fehlende Flexibilität des Landes bei der Mindestlaufzeit der Verträge. Auch die De-minimis-Erklärung müsse noch einfacher gestaltet werden, da der jetzige Vordruck zu viel Arbeitsaufwand für Waldbesitzer und Forstverwaltung bedeute. Gewarnt wurde, dass bei fehlender Nachfrage nach Betreuungsdienstleistungen die Landratsämter das Personal abbauen würden.

Widersprüchlicher Holzmarkt
Der Holzmarkt zeigt einen Widerspruch zwischen Einschätzung und tatsächlicher Marktlage. Viele Betriebe müssten schon aus finanziellen Erwägungen den Frischholzabsatz wiederaufnehmen. Hier seien dann vor allem die Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) gefragt.

Baumartenwahl
Laut Bericht der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) zum „Wald im Klimawandel“ waren 2019 von zehn Monaten sieben zu trocken. Nahezu alle Baumarten hatten mit Trockenheit und Schädlingen zu kämpfen. Die Population des Buchdruckers entwickle sich zunehmend nicht vorhersehbar. Viele Forstschädlinge passen sich sehr gut an die neuen Rahmenbedingungen an und sind Gewinner des Klimawandels. In der anschließenden Diskussion kam man zu dem Ergebnis, dass bei der Baumartenwahl nicht spezielle Baumarten empfohlen werden könnten. Besser sei es, als Waldbesitzer möglichst breit zu streuen und viele Arten unter Berücksichtigung der Standortbedingungen in den Wald zu bringen und dabei einheimische und neue Baumarten zu mischen. Ein Allheilmittel gebe es dabei nicht, da jede Baumart ihre Gegenspieler in Form von Schädlingen habe.

Nödl

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