Deutschland verfügt über eine Gesamtfläche von rund 35,8 Millionen Hektar. Den größten Anteil daran bewirtschaften Land- und Forstwirtschaft: 28,7 Millionen Hektar – das entspricht etwa 80 Prozent der Landesfläche. Diese Flächen sind weit mehr als nur Produktionsräume. Sie sichern unsere Ernährung, erhalten natürliche Lebensgrundlagen und prägen vielfältige Landschaften, die als Erholungsräume dienen und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.
Von diesen 28,7 Millionen Hektar entfallen 18,0 Millionen Hektar auf die Landwirtschaft und 10,7 Millionen Hektar auf die Forstwirtschaft.
51 Hektar pro Tag – Natur verschwindet
Trotz ihrer enormen Bedeutung gehen täglich wertvolle Flächen verloren: In Deutschland werden jeden Tag rund 51 Hektar Natur in Siedlungs-, Gewerbe-, Verkehrs- sowie Sport- und Freizeitflächen umgewandelt – das entspricht etwa 70 Fußballfeldern.
Der Flächenverbrauch bedeutet einen irreversiblen Verlust. Boden ist eine endliche Ressource und nicht vermehrbar. Mit jeder versiegelten Fläche gehen wichtige Funktionen verloren:
- Produktionsgrundlage für Lebens- und Futtermittel
- Speicher für Wasser und CO₂
- Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Zudem werden Landschaften zunehmend zerschnitten und Lebensräume eingeschränkt.
Flächenverbrauch steigt wieder
Aktuelle Zahlen zeigen: Der Flächenverbrauch ist zuletzt wieder leicht gestiegen. Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2023 lag er bei 51 Hektar pro Tag – zwei Hektar mehr als im vorherigen Zeitraum.
Dabei entfallen:
- 38 Hektar auf Wohnen, Industrie und Gewerbe
- 13 Hektar auf Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen
- 1 Hektar auf Verkehrsflächen
Während der Ausbau von Verkehrsflächen zuletzt zurückging, nimmt der Flächenverbrauch für Siedlungen weiter zu.
Politische Ziele reichen bisher nicht aus
Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu senken. Langfristig, bis 2050, soll eine sogenannte Flächenkreislaufwirtschaft erreicht werden – also keine zusätzliche Flächeninanspruchnahme mehr.
Doch die Realität zeigt: Wir sind von diesen Zielen noch weit entfernt.
Hinzu kommt, dass bereits heute rund 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt sind – also nahezu luft- und wasserdicht bedeckt.
Landwirtschaft besonders betroffen
Die Entwicklung der letzten Jahre verdeutlicht das Problem:
- Siedlungs- und Verkehrsflächen sind zwischen 2016 und 2024 um 178.000 Hektar gewachsen
- Waldflächen nahmen um 182.100 Hektar zu
- Landwirtschaftsflächen gingen jedoch um 305.900 Hektar zurück
Besonders kritisch: Neue Siedlungs- und Verkehrsflächen entstehen überwiegend auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen:
- 56 % aus Ackerflächen
- 34 % aus Grünland
- 10 % aus Wald
Damit verliert gerade die Landwirtschaft in großem Umfang ihre Existenzgrundlage.
Kompensation mit Nebenwirkungen
Zwar schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen. Doch in der Praxis entstehen dadurch neue Probleme:
Kompensationsflächen werden häufig auf besonders fruchtbaren Böden angelegt, da diese aus Naturschutzsicht als „aufwertbar“ gelten. So gehen hochwertige landwirtschaftliche Flächen zusätzlich verloren – oft in größerem Umfang als die ursprünglich versiegelte Fläche.
Blick nach Baden-Württemberg
Auch in Baden-Württemberg ist die Lage ernst: Der Flächenverbrauch lag in den vergangenen Jahren bei durchschnittlich 5 bis 6 Hektar pro Tag.
Das ist deutlich zu viel. Mit jeder neu versiegelten Fläche verschwinden Böden für die Lebensmittelproduktion, wertvolle Landschaften sowie seltene Lebensräume unwiderruflich.
Unser Boden ist eine endliche Ressource – und Grundlage unseres Lebens. Ein verantwortungsvoller und sparsamer Umgang ist daher unverzichtbar.
Unsere Forderungen
Um den Flächenverbrauch wirksam zu reduzieren, braucht es klare politische Maßnahmen. Unsere zentralen Forderungen sind:
- Gesetzlich verbindliche Obergrenzen für den Flächenverbrauch
→ Reduktion auf zunächst 2,5 Hektar pro Tag und Netto-Null bis 2035
- Höhere Mindestbaudichten in Regionalplänen
- Besserer Schutz fruchtbarer Böden vor Überbauung
- Einrichtung überörtlicher Gewerbeflächenpools zur besseren Steuerung neuer Flächen
- Vorrang für Photovoltaik auf bereits versiegelten Flächen und Gebäuden
- Genehmigung von Flächennutzungsplänen ausschließlich durch die Regierungspräsidien
- Stärkung der Innenentwicklung in Kommunen durch bessere rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen
Jetzt handeln
Der Flächenverbrauch ist kein abstraktes Problem – er betrifft unsere Ernährung, unsere Umwelt und unsere Zukunft.
Weitere Informationen und Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden Sie unter:
👉 https://www.laendle-leben-lassen.de/
Deutschland verfügt über eine Gesamtfläche von rund 35,8 Millionen Hektar. Den größten Anteil daran bewirtschaften Land- und Forstwirtschaft: 28,7 Millionen Hektar – das entspricht etwa 80 Prozent der Landesfläche. Diese Flächen sind weit mehr als nur Produktionsräume. Sie sichern unsere Ernährung, erhalten natürliche Lebensgrundlagen und prägen vielfältige Landschaften, die als Erholungsräume dienen und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.
Von diesen 28,7 Millionen Hektar entfallen 18,0 Millionen Hektar auf die Landwirtschaft und 10,7 Millionen Hektar auf die Forstwirtschaft.
51 Hektar pro Tag – Natur verschwindet
Trotz ihrer enormen Bedeutung gehen täglich wertvolle Flächen verloren: In Deutschland werden jeden Tag rund 51 Hektar Natur in Siedlungs-, Gewerbe-, Verkehrs- sowie Sport- und Freizeitflächen umgewandelt – das entspricht etwa 70 Fußballfeldern.
Der Flächenverbrauch bedeutet einen irreversiblen Verlust. Boden ist eine endliche Ressource und nicht vermehrbar. Mit jeder versiegelten Fläche gehen wichtige Funktionen verloren:
Zudem werden Landschaften zunehmend zerschnitten und Lebensräume eingeschränkt.
Flächenverbrauch steigt wieder
Aktuelle Zahlen zeigen: Der Flächenverbrauch ist zuletzt wieder leicht gestiegen. Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2023 lag er bei 51 Hektar pro Tag – zwei Hektar mehr als im vorherigen Zeitraum.
Dabei entfallen:
Während der Ausbau von Verkehrsflächen zuletzt zurückging, nimmt der Flächenverbrauch für Siedlungen weiter zu.
Politische Ziele reichen bisher nicht aus
Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag zu senken. Langfristig, bis 2050, soll eine sogenannte Flächenkreislaufwirtschaft erreicht werden – also keine zusätzliche Flächeninanspruchnahme mehr.
Doch die Realität zeigt: Wir sind von diesen Zielen noch weit entfernt.
Hinzu kommt, dass bereits heute rund 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt sind – also nahezu luft- und wasserdicht bedeckt.
Landwirtschaft besonders betroffen
Die Entwicklung der letzten Jahre verdeutlicht das Problem:
Besonders kritisch: Neue Siedlungs- und Verkehrsflächen entstehen überwiegend auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen:
Damit verliert gerade die Landwirtschaft in großem Umfang ihre Existenzgrundlage.
Kompensation mit Nebenwirkungen
Zwar schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen. Doch in der Praxis entstehen dadurch neue Probleme:
Kompensationsflächen werden häufig auf besonders fruchtbaren Böden angelegt, da diese aus Naturschutzsicht als „aufwertbar“ gelten. So gehen hochwertige landwirtschaftliche Flächen zusätzlich verloren – oft in größerem Umfang als die ursprünglich versiegelte Fläche.
Blick nach Baden-Württemberg
Auch in Baden-Württemberg ist die Lage ernst: Der Flächenverbrauch lag in den vergangenen Jahren bei durchschnittlich 5 bis 6 Hektar pro Tag.
Das ist deutlich zu viel. Mit jeder neu versiegelten Fläche verschwinden Böden für die Lebensmittelproduktion, wertvolle Landschaften sowie seltene Lebensräume unwiderruflich.
Unser Boden ist eine endliche Ressource – und Grundlage unseres Lebens. Ein verantwortungsvoller und sparsamer Umgang ist daher unverzichtbar.
Unsere Forderungen
Um den Flächenverbrauch wirksam zu reduzieren, braucht es klare politische Maßnahmen. Unsere zentralen Forderungen sind:
→ Reduktion auf zunächst 2,5 Hektar pro Tag und Netto-Null bis 2035
Jetzt handeln
Der Flächenverbrauch ist kein abstraktes Problem – er betrifft unsere Ernährung, unsere Umwelt und unsere Zukunft.
Weitere Informationen und Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden Sie unter:
👉 https://www.laendle-leben-lassen.de/