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Neues Virus bei Rindern nachgewiesen

In den vergangenen Wochen wurden in Frankreich, der Schweiz und Süddeutschland vermehrt Fälle von Rindern mit Fieber, Durchfall und Leistungsrückgang festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat nun ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe nachgewiesen. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Gefahr für den Menschen.

Verwandtschaft zum Shamonda-Virus

Das neu nachgewiesene Virus weist große Ähnlichkeiten mit dem bislang vor allem in Afrika vorkommenden Shamonda-Virus. Zur gleichen Virusgruppe gehört auch das Schmallenberg-Virus, das seit 2011 in Deutschland bekannt ist.

Die bisher beobachteten Krankheitsverläufe bei Rindern sind überwiegend mild. Betroffene Tiere zeigen für einige Tage Fieber, Durchfall sowie einen Rückgang der Milchleistung. In der Regel klingen die Symptome innerhalb von zwei bis drei Wochen vollständig ab.

Übertragung durch Gnitzen

Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen, die derzeit aufgrund der Witterung besonders aktiv sind. Darüber hinaus erscheint auch eine Übertragung vom Muttertier auf den Fetus während der Trächtigkeit möglich. Nach Einschätzung von Experten könnten neben Rindern auch andere Wiederkäuer für das Virus empfänglich sein.

Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es derzeit nicht. Aufgrund der günstigen Bedingungen für die Vektoren ist davon auszugehen, dass sich das Virus in den kommenden Wochen weiter ausbreiten kann.

Keine Handelsbeschränkungen

Die Erkrankung gehört nicht zu den gelisteten Tierseuchen. Daher bestehen aktuell keine Handelsrestriktionen. Der Handel mit gesunden Kälbern und Rindern kann unverändert fortgeführt werden.

Handlungsempfehlungen für Tierhalter

Tierhalter sollten aufmerksam auf mögliche Krankheitssymptome achten. Treten Fieber, Durchfall oder Leistungsrückgänge auf, sollte zeitnah der Hoftierarzt kontaktiert werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei:

  • unklaren Todesfällen,
  • Aborten oder Totgeburten,
  • Missbildungen bei neugeborenen Kälbern.

Diese Fälle sollten veterinärmedizinisch abgeklärt werden.

Zur Verringerung des Infektionsrisikos empfiehlt sich die konsequente Bekämpfung beziehungsweise Abwehr von Gnitzen. Hierzu können die bekannten Maßnahmen aus dem Management der Blauzungenkrankheit genutzt werden, beispielsweise:

  • Einsatz von Repellentien,
  • Vermeidung möglicher Brutstätten,
  • Reduzierung der Gnitzenbelastung im Stallumfeld.

Weiterführende Informationen

Stand: August 2026. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Virus entwickeln sich derzeit weiter. Tierhalter sollten aktuelle Informationen der Veterinärbehörden und Fachinstitute verfolgen.