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Ortsvorständebesprechung des Kreisverbands Hochschwarzwald

Gute Diskussionen und klare Anliegen aus der Praxis

Bei der Ortsvorständebesprechung des Kreisverbands Hochschwarzwald am 25. März stand der persönliche Austausch ebenso im Mittelpunkt wie die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft. Vertreter des Kreisvorstands, Ortsvorstände aus dem gesamten Kreisgebiet sowie BLHV-Vizepräsident Karl-Heinz Mayer nutzten den Abend, um Entwicklungen einzuordnen, Fragen aus der Praxis aufzugreifen und gemeinsam Perspektiven zu diskutieren.

Nach den Berichten aus Vorstandsgremium und Bezirksgeschäftsstelle setzte Karl-Heinz Mayer mit seinem Impulsvortrag einen wichtigen Akzent. Er brachte aktuelle Eindrücke vom diesjährigen Milchforum in Berlin mit – einem der zentralen Branchentreffen der deutschen Milchwirtschaft, bei dem sich jährlich Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Molkereien, Politik, Wissenschaft, Medien sowie vor- und nachgelagerten Bereichen austauschen.

Im Mittelpunkt seines Beitrags standen die aktuellen Entwicklungen auf den Milch- und Fleischmärkten. Gerade im Milchbereich zeigen sich derzeit starke internationale Einflüsse: Marktbewegungen, globale Nachfrage und geopolitische Entwicklungen wirken sich zunehmend direkt auf die heimischen Betriebe aus. Zusätzliche Unsicherheiten entstehen aktuell durch den Irankrieg, dessen Folgen insbesondere bei Energie-, Transport- und Düngerkosten bereits aufmerksam beobachtet werden.

Ein weiteres zentrales Thema des Abends war erneut die Dieselrückvergütung. Dabei wurde deutlich, dass in der Landwirtschaft durchaus Verständnis für Klimaschutzmaßnahmen vorhanden ist. Gleichzeitig wurde aus den Reihen der Anwesenden betont, dass notwendige Anpassungen nachvollziehbar und tragfähig gestaltet werden müssen, damit die wirtschaftliche Grundlage bäuerlicher Betriebe erhalten bleibt. Kritisch angesprochen wurde insbesondere die unterschiedliche Berechnungslogik: Während die Rückvergütung in Centbeträgen festgelegt ist, steigen steuerliche Belastungen prozentual – ein Punkt, der in der betrieblichen Praxis vielfach als schwer vermittelbar empfunden wird.

Großen Raum nahm auch die Frage ein, wie Landwirtschaft wieder stärker sichtbar wird und mehr gesellschaftliche Wertschätzung erfahren kann. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Landwirtschaft weit über den Berufsstand hinaus alle Menschen betrifft. Entsprechend wurde angeregt, Informationen breiter in die Gesellschaft zu tragen und bereits junge Menschen frühzeitig für landwirtschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren. Der Bauernhof als Lernort sowie eine stärkere Verankerung landwirtschaftlicher Themen im Unterricht wurden dabei als wertvolle Ansätze genannt.

Auch die Zusammenarbeit zwischen dem BLHV und dem DBV wurde offen thematisiert. Aus den Reihen der Ortsvereine kam die Frage, wie Anliegen, Kritik und Impulse aus der Basis noch wirksamer in übergeordnete Verbandsstrukturen eingebracht werden können. Der Wunsch nach transparenter Kommunikation und direkter Rückkopplung wurde dabei konstruktiv formuliert.

Ein weiterer Impuls betraf die Nachwuchsförderung. Mehrfach wurde betont, wie wichtig es ist, junge Menschen für die Landwirtschaft zu gewinnen und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Gerade in Zeiten großer Veränderungen brauche es Motivation, Begleitung und Sichtbarkeit für die Leistungen der jungen Generation.

Die Atmosphäre des Abends war von Offenheit, Wertschätzung und ehrlichem Interesse geprägt. Viele gute Nachfragen, konkrete Anregungen und der konstruktive Austausch machten deutlich, wie wichtig solche Treffen für die Verbandsarbeit vor Ort sind. Die Ortsvorständebesprechung bot Raum für aktuelle Themen, unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Überlegungen für die weitere Arbeit im Kreisverband Hochschwarzwald.

Angelina Bürkel