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Zukunftsbauer: Das plant der BLHV

Die Vorschläge und Empfehlungen für ein neues Selbst- und Rollenbild in der Landwirtschaft von der AG Zukunftsbauer wurden beim Deutschen Bauerntag in Lübeck mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Jetzt  geht der Prozess  im BHLHV weiter.

Der südbadische Bauernverband will hier eine Vorreiterrolle einnehmen und die Ergebnisse der AG Zukunftsbauer schon zum Landesbauerntag im September mit seinen Mitgliedern diskutieren und weiterentwickeln.  Aus Sicht des BLHV muss das Projekt Zukunftsbauer konsequent mit den Mitgliedern vorangebracht werden: Es ist der einzig greifbare Weg, um Landwirtinnen und Landwirte wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

So wurde #Zukunftsbauern in Lübeck diskutiert

Ernährungssouveränität braucht Zukunftsbauern

Auch das Thema Ernährungssouveränität sei unmittelbar mit dem Zukunftsbauer verknüpft, so BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. „Wir schaffen nur Ernährungssouveränität, wenn wir die gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Landwirten und Verbrauchern abschaffen. Dieses Schwarzer-Peter-Spiel führt zum Stillstand. Was wir brauchen, ist eine echte Veränderung“, betont er. Dafür, so Bolkart, brauche die Landwirtschaft ein neues Rollenbild und Selbstverständnis.

Schon in Lübeck mischten sich BLHV-Delegierte kräftig in die Diskussion ein. Sie wurde  erstmals als sogenannte „Fishbowl“ durchgeführt, wodurch sich mehr Delegierte einbringen konnten. Gut vorbereitet wurden die BLHVler von Anne Körkel aus Kehl, die für den BLHV in der AG Zukunftsbauer mitarbeitete und die Ergebnisse schon vorab in einer Vorstandssitzung präsentierte.

Zunächst gab es kritische Fragen aus Südbaden. Michael Fröhlin, Müllheims Kreisvorsitzender, erklärte, dass er sich selbst als Zukunftsbauer sehe. Er  stellte jedoch dazu die  Frage: „Wovon lebt der Zukunftsbauer?“ So machte Fröhlin von Beginn an klar, dass es im Prozess nicht nur darum gehen kann, den Landwirtinnen und Landwirten noch mehr Aufgaben überzustülpen, sondern auch mehr Wertschöpfung und Gewinne auf die Höfe zu bringen.

Auch DBV-Präsident Joachim Rukwied erklärte mehr Wertschätzung und Wertschöpfung auf den Höfen zu einem übergeordneten Ziel. Der Stockacher Kreisvorsitzende Andreas Deyer freute sich in Lübeck, dass sich der Bauernverband nach mehreren Anläufen dem Thema Zukunft stärker widmet.

Ministerpräsident soll Ergebnisse direkt mitnehmen

Deyer hält es  jetzt für besonders wichtig, die Mitglieder mitzunehmen und einzubinden: „Als Verband müssen wir Ideengeber für Lösungen werden und nicht nur die Risiken in den Vordergrund stellen.“ Er sieht den BLHV künftig als einen Lösungsgeber, der auch offen anspricht, was nicht so gut läuft. So soll schon am nächsten Landesbauerntag des BLHV, der am 24. September in St. Georgen stattfinden wird, das Thema Zukunftsbauer diskutiert werden.

Wie auch beim Deutschen Bauerntag will man dafür neue Methoden anwenden, um möglichst alle Gäste in die Diskussion einzubinden. Die Ergebnisse können danach in den bundesweiten Prozess eingespeist und auch direkt an Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergeben werden. Er wird zum Landesbauerntag kommen und hat sich schon das passende Thema für seine Rede  ausgesucht: „Zukunft der Landwirtschaft in Baden-Württemberg“.

Alle Hintergründe, Analysen und Ergebnisse der AG Zukunftsbauer gibt es im Themen Dossier des DBV.

Padraig Elsner

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