Natur & Umwelt

Ausnahmen von Pro Biene – Eine Notlösung, die nicht weiterhilft

Dafür müsste aber gewährleistet sein, dass an keiner Stelle eine Gefährdung durch das Mittel „zu befürchten“ ist. Im Unterschied zur FFH-Verordnung, welche auf die Besorgnis einer „erheblichen Beeinträchtigung“ abzielt, liegt die Schwelle für die „Befürchtung einer Gefährdung“ sehr viel niedriger. Es müsste durch wissenschaftliche Belege ausgeschlossen sein, dass beispielsweise  der Einsatz von Kupfer irgendwo im Gebiet eine negative Auswirkung „befürchten“ lässt. In vielen Landschaftsschutzgebieten ist der „Naturhaushalt“ als Schutzzweck definiert. Es wird für ein   eventuell mehrere tausend Hektar großes Gebiet nicht möglich sein,  jegliche „Befürchtung“ einer Gefährdung hinsichtlich seines gesamten Naturhaushalts, also aller im Gebiet vorkommenden Tiere, Pflanzen und  Insekten   einschließlich Wasser- und Bodenhaushalt, völlig auszuschließen. Umfassende Ausnahmen für ganze Gebiete sind also wegen der  engen Voraussetzungen nicht möglich.

Des Weiteren können „im Einzelfall“ Ausnahmen zugelassen werden. Das heißt, jeder Anwender muss vor der Anwendung  für seine zu behandelnden Flächen parzellenscharf und mittelbezogen eine Ausnahme beantragen. Dann müsste geprüft werden, dass das gewünschte Mittel an dieser Stelle „keine Gefährdung der Schutzzwecke und geschützten Gegenstände des Gebiets befürchten lässt“. Hierzu dürften ein Ortstermin und die naturschutzfachliche Untersuchung der Umgebung unerlässlich sein. Der bürokratische Aufwand wäre immens. Hunderttausende von Einzelfallgenehmigungen wären notwendig. Über jede Ausnahme müsste im Landtag berichtet werden. Dies und die engen Voraussetzungen werden dafür sorgen, dass Einzelfallausnahmen nur sehr selten erteilt werden, folgert der BLHV. Somit sei  auch dieser Weg nicht praktikabel.

Otmar König, BLHV

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