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Deutscher Bauerntag 2026: Agrarpolitisches Spitzentreffen in Freiburg

Wenn sich vom 24. bis 25. Juni 2026 Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft aus ganz Deutschland in Freiburg treffen, steht ein zentrales Ereignis der Branche an: der Deutsche Bauerntag. Als höchstes agrarpolitisches Forum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bringt er die Delegierten der Landesbauernverbände sowie durch den DBV geladene Vertreter aus Politik, Agrarwirtschaft und Fachöffentlichkeit zusammen. Der Bauerntag ist dabei weit mehr als eine Verbandsveranstaltung. Er ist das zentrale Sprachrohr der Landwirtschaft auf Bundesebene. Gerade in Zeiten wachsender Anforderungen an die Betriebe, wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Erwartungen ist eine geschlossene Interessenvertretung entscheidend.

Gastgeberrolle in Südbaden

Für den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV), der in diesem Jahr die Gastgeberrolle einnimmt, hat das Treffen dabei einen besonderen Stellenwert. „Die Rolle als Gastgeber bringt viele Aufgaben mit sich, eröffnet uns aber auch die Möglichkeit, die südbadische Landwirtschaft in ihrer ganzen Breite sichtbar zu machen und eigene Schwerpunkte in die bundesweite Diskussion einzubringen“, führt BLHV-Präsident Bernhard Bolkart aus. Bereits im Vorfeld der Delegiertenversammlung schafft eine Pressekonferenz mit DBV-Präsident Joachim Rukwied und BLHV-Präsident Bernhard Bolkart Aufmerksamkeit für zentrale Themen. Mit der Präsenz hochrangiger Bundes- und Landespolitiker ergibt sich zusätzlich die Möglichkeit, regionale Anliegen direkt in politische Gespräche einzubringen. Im Rahmen der Versammlung wird BLHV-Präsident Bolkart zudem ein Grußwort an die Teilnehmenden richten und wichtige Kernthemen adressieren.

Ablauf

Nach vorbereitenden Gremiensitzungen beginnt am Mittwoch die Delegiertenversammlung. Im Zentrum steht die Grundsatzrede von DBV-Präsident Joachim Rukwied. Internationale Perspektiven bringt unter anderem Franck Sander, Vizepräsident des französischen Bauernverbandes FNSEA, ein. Politisch prominent vertreten sind Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir sowie Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), die beide zur Delegiertenversammlung sprechen und sich der Aussprache stellen. Flankiert wird das Plenum durch ein Forenprogramm mit aktuellen Fachthemen: Diskutiert werden unter anderem Zielkonflikte bei Naturwiederherstellung und Flächennutzung, die Weiterentwicklung der Tierhaltung sowie Perspektiven für die Sonderkulturen. Damit greift der Bauerntag zentrale Fragen auf, die viele Betriebe unmittelbar betreffen.

Freiburger Erklärung zur GAP nach 2027

Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Verabschiedung der „Freiburger Erklärung“. Sie adressiert die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 und richtet sich geschlossen an die politischen Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel. Hintergrund sind die anstehenden Entscheidungen zum EU-Finanzrahmen 2028–2034 und zur GAP ab 2028. Diese bestimmen maßgeblich die Rahmenbedingungen für Betriebe und die Entwicklung ländlicher Räume im kommenden Jahrzehnt. BLHV-Präsident Bernhard Bolkart ordnet die Initiative entsprechend ein: „Bei der Ausgestaltung der GAP nach 2027 geht es um zentrale Fragen der Einkommenssicherung und der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Mit der Freiburger Erklärung bringen wir diese Themen geschlossen in den politischen Prozess ein.“ Der gemeinsame Ansatz der Landesbauernverbände unterstreicht dabei den Anspruch, in einer entscheidenden Phase der europäischen Agrarpolitik mit abgestimmter Position aufzutreten.

Treffpunkt der Branche

Neben der politischen Arbeit bleibt der Bauerntag auch ein zentraler Treffpunkt der Branche. Formate wie das Junglandwirte-Frühstück, die Fachausstellung oder der Begegnungsabend „Bauern treffen Bauern“, bei dem Delegierte sowie eingeladene Gäste die Möglichkeit haben, sich mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft auszutauschen, bieten Raum für Vernetzung. Mit dem Bauerntag 2026 rückt Freiburg für einige Tage in den Mittelpunkt der agrarpolitischen Diskussion in Deutschland. Für die Landwirtschaft in Südbaden ist dies nicht nur eine organisatorische Aufgabe, sondern vor allem eine Gelegenheit, Themen zu setzen und sich als Teil einer geschlossenen Interessenvertretung einzubringen