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FFH-Mähwiesenprojekt am Bodensee gestartet

Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) hat gemeinsam mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg den Auftakt für das gemeinsame FFH-Mähwiesenprojekt gesetzt. Treffpunkt war der Biohof Müller in Allensbach am Bodensee, ein Betrieb, der beispielhaft für viele landwirtschaftliche Strukturen in extensiven Regionen des Landes steht.

Betriebsleiter David Müller führt einen Demeter-Milchviehbetrieb mit angeschlossenem Landschaftspflegebetrieb am Bodanrück. Kennzeichnend für seinen Hof ist eine vergleichsweise geringe Viehdichte bei gleichzeitig steigender Anzahl an Landschaftspflegeflächen. Diese sind vielfach kleinstrukturiert und über die Gemarkung verstreut, was die tägliche Arbeit erheblich erschwert. Der Betrieb Müller hat, wie viele Betriebe in vergleichbaren Regionen, auch Verlustflächen zu verzeichnen. Das Projekt soll daher Wege aufzeigen, wie solche Einbußen an anderer Stelle ausgeglichen werden können, ohne die Wirtschaftlichkeit zu gefährden.

Besprechung mit Blick auf Luftbilder und Karten: Ziel des Projekts ist es, sowohl die naturschutzfachliche Qualität der Flächen zu verbessern als auch die Bewirtschaftung für die Betriebe praktikabler zu gestalten.

Durch sogenanntes „Clustern“ und „Floaten“ sollen FFH-Mähwiesen effizienter zusammengelegt beziehungsweise neu angeordnet werden. Ziel ist es, sowohl die naturschutzfachliche Qualität der Flächen zu verbessern als auch die Bewirtschaftung für die Betriebe praktikabler zu gestalten. Die Bündelung einzelner Teilflächen kann Arbeitsabläufe deutlich erleichtern und zugleich den ökologischen Wert steigern.

In Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Konstanz hat Betriebsleiter Müller bereits konkrete Vorschläge zur möglichen Verlagerung des FFH-Status einzelner Flächen erarbeitet. Diese werden nun von den beteiligten Behörden auf ihre naturschutzfachliche Eignung geprüft. Parallel dazu gilt es auch eigentumsrechtliche Fragen zu klären.

BLHV und Umweltministerium sehen in dem Ansatz großes Potenzial und suchen weitere interessierte Betriebe. Diese sind ausdrücklich eingeladen, eigene Ideen einzubringen, wie sich FFH-Mähwiesen besser in den betrieblichen Alltag integrieren lassen.

Patrik Heizmann