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Kommentar: Klima – aber sofort!

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat in einem Rundschreiben an die Verbände ein neues Sofortprogramm für Landwirte angekündigt: ab 2022, also für die Zeit nach der Bundestagswahl.

Im Wald will der Bund den Aufbau von klimastabilen Wäldern honorieren und die stoffliche Holzverwendung verbessern. Das ist ein Gebot der Stunde. Die aktuelle Situation am Holzmarkt zeigt, dass es ergänzend nötig ist, dass neben finanziellen Anreizen des Staates auch die Anreize des Marktes bis zum Waldbesitz zurückwirken. Waldbauern müssen Geld verdienen mit dem Holzverkauf, damit sich Aufbau und Pflege von Wäldern lohnen. Ackerbau hat ebenfalls ein großes Klimapotenzial. Mühsam aufgebauter Humus kann allerdings schnell mit Bodenbearbeitung oder Erwärmung des Klimas wieder verlorengehen. Neben Herbiziden sollte ein finanzieller Anreiz ermöglicht werden. Die Umstellung auf Minimalbodenbearbeitung sollte von Dauer sein. In diesem Sinne hätte das Land seine alte MEKA-Förderung für Mulch- und Direktsaat erst gar nicht auslaufen lassen sollen. Besonders groß sind  schädliche Klimawirkungen, wenn Moorböden entwässert und genutzt werden. Organische Masse geht dabei als CO2 in Luft auf. Mit Nutzungsverzicht lassen sich enorme Effekte realisieren. Wer in oder in der Nähe von Mooren Flächen bewirtschaftet, muss mit einschneidenden Maßnahmen wie Wiedervernässung rechnen. Bewirtschafter von Moorstandorten sollten erst gar nicht auf Eingriffe oder gar Flächenverlust warten. Sie können selbst aktiv werden: Flächeneigentümer könnten sich um eine Aufwertung und Honorierung über das baden-württembergische Ökokonto bemühen. Das ist vermutlich deutlich lukrativer, als auf das angekündigte Sonderbudget des Bundes zu hoffen. Die Vergärung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen ist ebenfalls ein Ansatz mit guter Perspektive. Die Steigerung der Trockenheitsfestigkeit durch züchterische Fortschritte kann etwas helfen. In einer Dürre kommen auch trockenheitstolerante Sorten an ihre Grenzen. Gänzlich ohne Wasser kommt das Leben von Pflanzen und Tieren trotz aller Züchtungsbemühungen nicht aus.

Hubert God

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