Verbandsarbeit

Kommentar: Klimawandel muss Schule machen

Mit Erfolg eröffnete das erste BLHV-Klimaseminar eine Reihe von Onlineveranstaltungen, die Anpassungsstrategien für die Landwirtschaft an den Klimawandel vermitteln sollen. Der Erfolg lässt sich insbesondere an den vielen Rückmeldungen messen, die vor und nach dem Seminar beim BLHV eingingen und die auch deutlich machen, dass sich unsere Landwirtinnen und Landwirte dieser Zukunftsaufgabe aktiv stellen wollen. Sie sind theoretisch schon in den Startlöchern, sehen aber praktisch noch zu viele Fragezeichen, um tatsächlich mit voller Kraft loszulegen. Das war schon in der Fragerunde des ersten Seminars zu sehen. Hier stellten viele nicht die Frage: „Was kann man machen?“, sondern: „Wie können wir das machen?“ Und auf diese Frage müssen wir Antworten geben. Zwar werden wir im weiteren Verlauf der Seminare mehr in die Details gehen, aber wahrscheinlich nicht in dem Umfang, der notwendig wäre, damit unsere Landwirtinnen und Landwirte bedenkenlos aus den Startlöchern springen können. Allein schon, weil wir für ein Seminar nur eine Stunde Zeit haben, viel länger sollte es im digitalen Raum auch nicht sein. Die Frage nach dem „Wie“ wird solange unbeantwortet sein, bis eine breite Bildungsoffensive zum Thema Landwirtschaft und Klimawandel in Baden-Württemberg gestartet und umgesetzt wird. Klimawandel muss Schule machen, das heißt, die Erkenntnisse der Wissenschaft müssen in praxistaugliche Maßnahmen transformiert und diese dann in Beratungs- und Bildungsangeboten so vermittelt werden, dass keine Fragen mehr offenbleiben. Das ist keine unlösbare Aufgabe, denn das Fachwissen ist schon da, und viele Betriebe leisten hier schon selbsttätig Pionierarbeit. Vor allem ist es eine notwendige Aufgabe, denn für Landwirtinnen und Landwirte ist der Klimawandel eine Lebensaufgabe.

Padraig Elsner

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