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Der Deutsche Bauernverband hat schon einige Projekte angestoßen, um die Landwirtschaft weiterzuentwickeln oder ihr ein besseres Image zu verpassen. Es gab die große Kampagne „Wir machen“ oder das Projekt „Veränderung Gestalten“, das neue Inhalte in die Verbandsarbeit bringen sollte. Keines brachte den gewünschten Erfolg. „Wir machen“ stellte die Landwirtinnen und Landwirte als die Ernährer dar. Das gefiel vielen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, fand jedoch außerhalb der Blase zu wenig Aufmerksamkeit. „Wir machen euch satt“ ist zwar die Wahrheit, jedoch keine Botschaft, mit der die Landwirtschaft für sich werben kann. Die Autoindustrie wirbt auch nicht mehr mit dem Slogan: „Wir machen Autos“. Vielmehr entwickelt und bewirbt man Lösungen für das, was die Gesellschaft von Autos erwartet. Sei es klimafreundliche Mobilität, maximale Bequemlichkeit beim Fahren oder einfach die Freiheit, überall hinzukommen. Für jeden Wunsch gibt es das passende Gefährt, und darum werden Autos aus Deutschland in Deutschland und in der ganzen Welt so gerne gekauft. Der Gedanke des Zukunftsbauern ist zunächst der gleiche: Erkennen, was die Gesellschaft will, und daraus ein Geschäftsmodell für die Landwirtschaft entwickeln. Voraussetzung dafür ist, dass Veränderungen und gesellschaftliche Wünsche künftig als Chance gesehen und nicht als Kritik verstanden werden. Damit ist nicht das übliche Blümchenwiesengesülze gemeint, sondern die Entwicklung gewinnbringender Geschäftsmodelle, die auf das Konto des Zukunftsbauern einzahlen und auf die Ökobilanz unseres Ernährungssystems. Warum das nun wieder von den Landwirtinnen und Landwirten gemacht werden muss? Weil es sonst keiner kann.
Padraig Elsner